Das längste Tal Madeiras

Von Lamaceiros in die Schlucht der Ribeira da Janela

Am Wasserhaus in Lamaceiros ging es für uns los. Gleich zu Beginn eröffnete sich vor uns eine tolle Aussicht ins Tal Ribeira da Janela mit seiner gleichnamigen Siedlung. Zu Beginn unserer Wanderung war das Wetter noch sehr Wolkenverhangen, was sich aber im Laufe des Vormittages rasch auflöste. Unser Wanderweg führte uns im ersten Teil unserer Tour immer an einem Wasserkanal, den sogenannten Levadas entlang. Konkret folgten wir dem Verlauf der Levada da Central. Dank der Kanäle war die Orientierung kein Problem. Vorbei an Lorbeerbäumen, Bananenmaracujas, Eukalyptus und blühenden Hortensien zogen wir unseres Weges. Dieser Teil unserer Wanderung verlief sehr eben und so hatten wir genügend Gelegenheit unsere Umgebung zu bewundern.

 

Aussichtsreiche Blicke auf die grünen Berghänge

  

Links  vom Weg konnten wir immer wieder einen schönen Blick auf die umliegenden Berghänge und ins Tal genießen. Rechterhand war fast über die gesamte Strecke eine Felswand, die immer wieder von Bäumen, Sträuchern, kleinen und großen Pflanzen überwuchert wurde. Die Vegetation erinnerte uns stark an einen Urwald. Dichte Büsche, grüne und verwunschen aussehende Bäume und eine wilde Blumenpracht entlang des Weges. Entspannt folgten wir dem Verlauf der Levada, vorbei an zwei Picknickstellen mit hübscher Aussicht. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung wurde das Farbenspiel der Natur noch beeindruckender.

 

Durch neun Tunnel in das urwüchsige Tal

 

Der Weg wurde schmaler und wir erreichten am späten Vormittag unseren ersten von neun Tunnels. Diese waren nicht besonders hoch und hatten an einigen Stellen immer wieder vorstehende Felsnasen. Mit Hilfe von Taschenlampen bahnten wir uns unseren Weg durch die Dunkelheit. Im weiteren Verlauf unserer Tour durchwanderten wir weitere, mal größere, mal kleinere Tunnel. Nach unserem letzten Tunnel gab es eine kurze Rast, bevor es dann rechterhand über Stufen steil nach oben ging. Über Serpentinen folgten wir dem schmalen Pfad. War die Wanderung bisher ehr gemütlich, wurde es nun ein bisschen anspruchsvoller. Stetig ging es auf breiter werdenden Forstwegen, durch lichten Wald, bis hinauf zur Hocheebene Paul da Serra. Von der Hochebene ging der Blick weit über die Insel und in die Ferne bis hinaus aufs Meer.

 

Bei dieser Tour lernt man gleich etwas über die Geschichte Madeiras und ihrer Wasserkanäle. Bereits im 15. Jahrhundert wurden diese Wasserkanäle angelegt, um den regenarmen Süden der Insel mit Wasser aus dem Norden zu versorgen. Die Levadas sind auch heute noch in den Sommermonaten wichtiger Bestandteil der Wasserversorgung der Felder. Gleichzeitig dienen sie als touristische Attraktionen und können dank zahlreicher, gut gepflegter Wanderwege, begangen werden.


Bilder zur Tour:


Einschätzung der Tour:

Gemütliche, aber lange Wanderung (ca. 16 km), die am Ende mit dem Anstieg zur Hochebene etwas anspruchsvoller wird. Mit dieser Tour erhält man bereits einen sehr guten Einblick in die Flora und Fauna von Madeira.