König der korsischen Berge

Von Haut Asco auf die Spitze Korsikas - dem Monte Cinto

Unsere Bergtour startete in Haut Asco auf ca. 1.400m (Nordroute auf den Monte Cinto). Die Anfahrt glich auf Grund der Straßenlage bereits einem kleinen Abenteuer. Sehr schmale Straßen zogen sich in Serpentinen bis Haut Asco. Bei dieser Tour sollten 1.300m im Aufstieg überwunden werden, ist doch der Monte Cinto mit 2.706m der höchste Gipfel Korsikas.

Südlich des Parkplatzes begann der Weg rot markiert und führte uns am ÖAV Häuschen vorbei in das wunderschöne Tal Trimbolacciu. Der Weg folgte anfänglich einem Waldpfad. Vorbei an Lariccio-Kiefern ging es moderat nach oben. Schnell wurde es felsiger und nach einer kurzen Wanderung querten wir über eine Holzbrücke den Tighiettu-Bach. Ab hier wurde das Gelände wesentlich anspruchsvoller und die Ausblicke alpiner. Wir stiegen durch eine Steilrinne und dann durch den Westhang des Capu Borba nach oben.

 

In einigen Passagen wanderten wir über loses Geroll und kletterten über Felsen

 

Der Weg ist zwar rot markiert, aber gerade im Aufstieg waren die Zeichen manchmal schlecht zu verfolgen und so mussten wir immer wieder schauen wo uns der Weg weiter führte. Am Fuß der Felsen entlang erreichten wir ein größeres Plateau. Ein idealer Platz für eine kurze Fotopause mit einer beeindruckenden Bergkulisse um uns herum. Der Weg führte uns dann weiter über Geröll, das Steigen wurde mühsamer. Zwischendrin begegnete uns ein französischer, älterer Wanderer, mit dem wir kurz sprachen und der dann wie eine Gämse weiter nach oben kletterte. Und dann aus dem Nichts tauchten hinter den Bergen plötzlich 3 französische Kampfjets auf. Was für ein enormer Krach. Das Geräusch verursachte Gänsehaut, zumal wir daran dachten, dass in den Kriegsgebieten diese Geräusche leider zum Alltag gehören. Durch den aufkommenden Wind kämpften wir uns zum Pointe des Eboulis am Südwestgrat des Monte Cinto hoch.

 

Es sind ja nur noch 100 Höhenmeter ... also rauf auf den Grat und wir sind oben - Denkste!

 

Wir umrundeten im weiteren Aufstieg eine Felswand und stiegen weiter nach oben. Wo ist der Gipfel des Monte Cinto? Mit den Augen verfolgen wir den weiteren Pfad nach oben. Auf Grund der noch anstehenden Gegenanstiege und der fortgeschrittenen Zeit, entschieden wir uns auf ca. 2.600m Schluss zu machen und den Gipfel nur von weitem zu bewundern. Da auch der Rückweg noch etliche Stunden in Anspruch nehmen sollte, machten wir knapp 400m Luftlinie vom Gipfel in einem windgeschützten Eck eine ausgedehnte Pause und genossen den fantastischen Blick auf das Meer und die umliegende Berglandschaft. Der Abstieg erfolgte dann über den gleich Weg nach unten. 

 

Bei der Rückfahrt nach Calvi hatten wir das Glück das vor uns ein Lindauer mit seinem Camper fuhr. Der fuhr nicht zum ersten Mal die Strecke und wir hängten uns an seine Fersen. So gelangten wir schnell und sicher ins Tal und waren rechtzeitig zum Abendessen in unserer Unterkunft "Störrischer Esel".

 

Der Gipfel des Monte Cinto liegt gerade mal 23km vom Meer entfernt und ist 2.706m hoch. Wie alle Touren im Tal von Asco landschaftlich eine Erlebnistour der Extraklasse. Der Anstieg sollte nicht unterschätzt werden. Die Länge, das hochalpine Ambiente und die Exposition des Berges machen die Tour zu einem anspruchsvollen Unternehmen mit leichten Kletterstellen.


Bilder zur Tour:


Einschätzung der Tour:

Die Wanderung auf das Dach Korsikas ist eine konditionelle Herausforderung. Lange und anspruchsvolle Tour mit leichten Kletterstellen. Die Strapazen der Wanderung werden mit fantastischen Ausblicken / Rundblicken belohnt. Wir haben knapp 8h für die Tour gebraucht. Mit Hin- und Rückfahrt waren wir gut 10 Stunden unterwegs.



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